Das Ende des Schreckens

Am 08.05.1945 endete mit der gesamtdeutschen Kapitulation nicht nur der Zweite Weltkrieg, sondern auch eine der unmenschlichsten Diktaturen der Menschheitsgeschichte. Seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 unternahm das Regime alles, um ihre Ideologie entgegen aller rechtlichen, demokratischen sowie friedlichen Grundwerte durchzusetzen. Diese Bestrebungen gipfelten in einem Krieg, welcher den gesamten Planeten erfasste und Millionen Menschen das Leben kostete. Jüdinnen und Juden, Oppositionelle, Homosexuelle, psychisch erkrankte Personen und vielen mehr wurde die Menschenwürde abgesprochen; man verfolgte, inhaftierte und folterte sie, führte unmenschliche Experimente an ihnen durch und wenn sie dann noch Leben in sich trugen, wurde ihnen auch dieses genommen. All dieses Grauen endete vor nunmehr 75 Jahren, doch noch immer sind nicht alle Wunden verheilt und die Narben werden noch eine sehr lange Zeit sichtbar sein.

Diese Narben, so unschön sie auch sein mögen, sind jedoch von größter Wichtigkeit. Denn auch ein Dreiviertel-Jahrhundert nach dem Untergang des nationalsozialistischen Regimes gibt es Gruppierungen, welche faschistischem, rassistischem und antisemitischem Gedankengut anhängen, dieses verbreiten und propagieren. Solange diese feindlichen Bestrebungen gegen Menschenwürde, Freiheitsrechte und Demokratie existieren, muss daran erinnert werden, was damals geschehen ist. Deutlich wird das besonders, wenn man sich die rechtsextrem motivierten Morde der letzten Jahre (NSU, Hanau, etc.) vor Augen führt. Nur durch den Blick in die Vergangenheit können wir verhindern, dass sich noch mehr solcher Gräueltaten in der Zukunft wiederholen können.

Zurückblicken und Vorwärtsdenken

„Unversöhnt, geben wir der Vergangenheit, was wir ihr schulden, und der Gegenwart, was sie annehmbar macht.“ Siegfried Lenz, Schriftsteller (1926-2014)

Erinnern ist wichtig, jedoch darf es nicht mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute getan sein. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir in den letzten 75 Jahren große Schritte zurückgelegt haben, doch auch heute ist unsere politische Gesellschaft weit davon entfernt, perfekt zu sein. Deutschland besitzt eines der international weitreichendsten Sozialsysteme und schafft es nicht, Altersarmut zu verhindern. Als eine der reichsten Industrienationen investiert Deutschland deutlich weniger in sein Bildungssystem aus als die meisten anderen OECD-Staaten, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Zeitgleich zu außenpolitischen Bemühungen zur Herstellung und Wahrung des Friedens boomen deutsche Rüstungsexporte, auch in Krisengebiete.

Wir Piraten möchten den Tag der Befreiung zum Anlass nehmen, uns von dem Eindruck zu befreien, alles wäre bestens so wie es ist. Solange es Menschen in unserer Gesellschaft in Armut leben, kämpfen wir Piraten für das Bedingungslose Grundeinkommen und eine gesicherte Teilhabe am sozialen Leben aller. Solange Automobilhersteller gefördert werden und gleichzeitig Millionendividenden und -boni auszahlen dürfen, kämpfen wir Piraten für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit im Wirtschaftssektor. Solange politische Ziele sich Lobbyverbänden unterordnen, kämpfen wir Piraten für eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung am politischen Prozess. Solange Polizeigesetze und Datenhändler Bürgerinnen und Bürger flächendeckend überwachen, kämpfen wir Piraten für die Freiheit des Einzelnen, auf der Straße sowie im Netz.

Das ist die Mission der Piraten! Wenn du sie teilst, dann werde ein Teil davon.

 

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