Anwesend waren Pia Barkow (Die Linke), Veit Böhm & Gottfried Ecke (CDU), Dr. Wolfgang Daniels (Grüne), Bernd Lommel (AfD), sowie ich für die PIRATEN Dresden. Nach kurzer Vorstellung der einladenden Personen der Adler Real Estate AG und der anwesenden THOMSEN GROUP gab es eine kleine Einleitung über den bisherigen Werdegang der Adler R.E. AG.

Begonnen hat alles vor rund 10 Jahren. Seit 2002 ist die Adler Real Estate AG im Immobilienbereich tätig, unter anderem als Bestandshalter von Wohngebäuden. Derzeit verfügt die Gesellschaft über etwa 25.000 Wohneinheiten, auch im Raum Dresden.

Die durchschnittlichen Mieten in Dresden liegen nach eigenen Angaben bei etwa 5 €/m² Kaltmiete, sachsenweit sogar unter 5 €/m² kalt.

Beim Projekt „Hufewiesen“ geht es der Kapital-Gesellschaft Adler R.E. um eine zukunftsträchtige Entwicklung des gesamten Gebietes, unter Berücksichtigung von demografischen und städteplanerischen Faktoren. Daher wurde die THOMSEN GROUP mit der Ausarbeitung einer Entwicklungsstrategie für dieses Gebiet beauftragt – in Verbindung mit einer Umfrage von 2.000 Menschen.

Die entstandene Strategie lässt sich gemäß den Unterlagen folgendermaßen zusammenfassen:

„Vom Dorf zur Stadt zum Dorf“

  • Es sollen günstige Wohnungen entstehen.
  • Es soll viel Grün für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
  • Es soll nur einen geringen gewerblichen Anteil geben.
Skizze auf DNN Online.de

Die möglichen „günstigen“ Wohnungen werden im Nachgang ausführlich vorgestellt. Richtung Leipziger Straße soll eine lockere, begrünte Geschosswohnbebauung erfolgen. Nichtstörende Gewerbeflächen werden im Erdgeschoss geplant, im speziellen wird ein „Tante Emma Laden“ gezeigt oder beispielsweise eine Werkstatt für geistig Behinderte. Richtung Gausstraße sind Einfamilienhäuser denkbar, welche als Bauherrengemeinschaft entstehen.

Der Mittelstreifen, sowie der Streifen entlang der Bahntrasse sollten als öffentliche Freifläche bleiben – dies soll etwa 25 % Grundstücksfläche betreffen – und gern auch an eine Stiftung übereignet werden. Kostenfrei. Viele tolle Möglichkeiten der Nutzung werden vorgestellt, bezüglich der Finanzierung leider keine.

Die günstigen Wohnungen bleiben Thema – immerhin fanden 96 % der Befragten günstige Wohnungen wichtig bis sehr wichtig.

Es geht zur nächsten Grafik. Die Umsetzbarkeit könnte beispielsweise über Genossenschaften realisiert werden, welche die Wohnungen bauen. Die Einfamilienhäuser können Bauherrengemeinschaften realisieren. An dieser Stelle stellt sich mir nicht nur die Frage, wer den „Tante Emma Laden“ eröffnen oder finanzieren soll, sondern ebenso woher die günstigen Wohnungen kommen sollen. Fest steht bereits, die Adler R.E. AG wird diese nicht bauen. Immerhin ist diese ein gewinnorientiertes Unternehmen und keine Genossenschaft. Auf meine Nachfrage, wer denn die günstigen Wohnungen sowie den „Tante Emma Laden“ finanzieren soll, ob es da bereits Gespräche mit Genossenschaften gibt oder ähnliches, wird ausgewichen. Sobald etwas spruchreif wäre – sprich Baurecht in Aussicht ist – würde man weiter sehen, wer in Frage käme, das nötige Kapital hätte und gewillt wäre dies zu investieren.

Meine Erwiderung war in etwa: „Also sobald Baurecht besteht wird das Grundstück verkauft, da der große Garten derzeit keinem etwas nutzt und von den günstigen Wohnungen weiß dann keiner mehr etwas.“ Die Problematik liegt derzeit am Baurecht – Lärm durch Einflugschneise und Bahn sowie die Lage im Hochwasserschutzgebiet.

Grundsätzlich finde ich das Projekt nicht komplett verwerflich. Wir brauchen in Dresden definitiv deutlich mehr Wohnraum, besonders bezahlbaren für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen. Was mich aber persönlich stört, ist die gezielte Manipulation durch Sprache. Da wird von günstigen Wohnungen gesprochen welche – nach derzeitiger Planung – nicht einmal annähernd realisiert werden können. Ich kann die Schwierigkeiten der Eigentümer verstehen – mit der Bürgerinitiative Hufewiesen, der Stadtplanung, dem Umweltamt usw. Ich kann auch nachvollziehen, dass das Grundstück aus kapitalistischer Sicht in diesem Zustand nahezu wertlos ist.

Mich stört nur die Art, wie um „Verbündete“ geworben wird, anstatt einfach den offenen Dialog ohne billigste Manipulationsversuche zu suchen.

Artikel DNN-Online

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Ein Kommentar

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    Hintergründe zu den Vorschlägen der ADLER auf hufewiesen.de: http://www.hufewiesen.de/?p=3791

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